Eine passive Antenne kann einen hohen Richtgewinn haben. Eine aktive Empfangsantenne enthält zusätzlich Elektronik, meist einen Verstärker. Antennengewinn in dBi und Verstärkung in dB sind unterschiedliche Größen. Für TV oder UKW entscheiden Empfangsqualität, Leitungsverluste und Übersteuerung darüber, ob ein Verstärker hilft.
1. Stromversorgung und Aufbau
Die passive Antenne benötigt keine eigene Versorgung für einen eingebauten Verstärker. Sie kann trotzdem stark gerichtet sein, etwa als Yagi. „Passiv“ bedeutet weder automatisch Rundstrahlung noch geringe Reichweite.
Eine aktive Empfangsantenne braucht die zum Modell passende Spannung, Polarität und Stromversorgung. Nicht jedes Produkt arbeitet mit 5–24 V. Eine Einspeiseweiche oder die Antennenspeisung des Fernsehers muss zum Gerät passen.
Eine Antenne mit ausgeschaltetem Verstärker ist nicht unbedingt eine passive Vergleichsantenne: Die unversorgte Schaltung kann stark dämpfen. Für einen Vergleich braucht man einen vorgesehenen Bypass oder eine tatsächlich passive Verbindung.
2. Richtgewinn und Verstärkung
Eine passive Antenne bündelt Empfang beziehungsweise Abstrahlung räumlich. Der Gewinn berücksichtigt Richtwirkung und Wirkungsgrad. Ein Verstärker erhöht dagegen den Signalpegel in seinem elektrischen Pfad und fügt eigenes Rauschen hinzu.
30 dB Verstärkung sind daher kein Ersatz für ein Antennendiagramm oder 8 dBi Antennengewinn. Auch eine aktive Antenne kann ein breites Diagramm haben. Vergleiche Frequenzbereich, Polarisation, Diagramm und Verstärkereigenschaften getrennt. Den grundsätzlichen Aufbau erläutert der Vergleich passiver und aktiver Antennen.
3. Leitungsverluste und Übersteuerung
Ein geeigneter rauscharmer Verstärker nahe der Antenne kann den Einfluss nachfolgender Kabel- und Verteilerverluste reduzieren. Voraussetzung sind ein brauchbares Eingangssignal und ausreichende Linearität. Bereits verlorene Information lässt sich durch mehr Pegel nicht wiederherstellen.
Starke Nutz- oder Störsignale können Verstärker oder Tuner übersteuern. Ein hoher Balken für Signalstärke bei schlechter Qualität ist deshalb kein eindeutiger Auftrag, noch mehr Verstärkung einzusetzen.
Bei angenommenen 3 dB Kabel- und 4 dB Verteilerverlust ergeben sich insgesamt 7 dB. Ein davorliegender Verstärker mit 10 dB führt im vereinfachten Pegelbudget zu +3 dB. Das bedeutet nicht, dass sich der Signal-Rausch-Abstand um 3 dB verbessert.
Empfang zuerst ohne unnötige Verteilung prüfen
- Broadcast-Band und Empfangsstandard am Standort bestätigen.
- Eine passende Antenne mit gutem, kurzem Kabel an einem Empfänger prüfen.
- Position und Ausrichtung einzeln verändern und mehrere Programme testen.
- Qualität, Fehler und Aussetzer dokumentieren.
- Danach den benötigten Verteilweg hinzufügen und erneut vergleichen.
Funktioniert der kurze Weg gut und der lange schlecht, sind Kabel, Stecker und Gesamtverluste zu prüfen. Ist bereits am kurzen Weg die Qualität instabil, sind Abschattung, Mehrwegeempfang und Störungen mögliche Ursachen. Die Entfernung zum Sender allein entscheidet nicht.
Versorgung und Anschluss kontrollieren
Prüfe DC-Durchlass von Verteilern sowie die vorgesehene Einspeisung. Mehrere Speisequellen dürfen nicht ohne passendes Schaltungskonzept zusammenarbeiten. Eine instabile Versorgung kann wie ein Empfangsproblem aussehen.
Leistung wird in W, Energie über eine Zeit in Wh angegeben. Ein Gerät mit 3 W benötigt bei zehn Stunden Betrieb 30 Wh; „3 W pro Stunde“ ist dafür die falsche Einheit.
Welche Beobachtung führt zu welcher Maßnahme
| Beobachtung | Nächster Schritt |
|---|---|
| Kurzer Anschluss stabil | Weitere Programme und den Verteilweg prüfen. |
| Fehler erst nach Verteilung | Verluste und passende Verstärkung untersuchen. |
| Mehr Fehler mit Verstärker | Übersteuerung, Filterung und Pegel prüfen. |
| Starke Ortsabhängigkeit | Position und Diagramm optimieren. |
Ein Mobilfunk-Booster oder WLAN-Repeater ist ein anderes System als eine aktive TV-Empfangsantenne. Bei stockendem Internetvideo kann die lokale WLAN-Verbindung die Ursache sein. Die Grundlagen zu Antennengewinn und Wirkungsgrad helfen, die beworbenen Zahlen richtig einzuordnen.