Ein O-Ring hat einen runden Querschnitt; ein U-Ring besitzt ein Lippenprofil. Beide können Anfangsverformung und Flüssigkeitsdruck nutzen. Die Auswahl hängt von Bewegung, Nut, Medium, Temperatur und Spalt ab, ohne allgemeine Grenze von 3.000 psi gegenüber 5.000 psi.
Form und Einbauraum
Ein O-Ring wird durch Innendurchmesser, Schnurstärke, Toleranzen und Mischung beschrieben. Je nach Einbau kann die Verpressung radial oder axial erfolgen. Eine statische Verpressung lässt sich nicht auf jede hin- und hergehende Bewegung übertragen.
Beim U-Ring prüfen Sie Durchmesser, Höhe und Lippengeometrie. Es gibt symmetrische, asymmetrische und ergänzte Profile. Derselbe Nenndurchmesser macht die Nuten nicht austauschbar.
Eine vorgesehene Nut führt den Ring und definiert Verformung und Freiraum. Ein O-Ring ohne passenden Einbauraum ist nicht allein durch stärkeres Zusammenpressen korrekt ausgelegt. Mikro-O-Ringe benötigen ebenso definierte Maße und Toleranzen.
Wie der O-Ring dichtet
Die Verformung beim Einbau schafft den ersten Kontakt. Auch der Druck verformt den Ring und erhöht die Anpressung: Er arbeitet nicht nur über eine vom Druck unabhängige Kompression.
Er eignet sich für statische und bestimmte dynamische Bedingungen. Reibung, Schmierung, Verdrehung und Extrusion beeinflussen die Anwendung. 50.000 oder 500.000 Zyklen sind keine gemeinsame Lebensdauer aller O-Ringe.
Wie der U-Ring dichtet
Übermaß und Anfangsverformung der Lippen erzeugen Kontakt; Druck steigert anschließend die Kontaktbelastung. Nicht jeder U-Ring bleibt im Stillstand offen und beginnt erst bei 50 bar zu dichten.
Einbaurichtung richtet sich nach Druckseite und Profil. Viele Ausführungen sind einfachwirkend; wechselnde Druckrichtung braucht eine passende Anordnung.
Eine zusätzliche Lippe ist nicht zwingend ein Abstreifer für äußeren Schmutz. Einige U-Profile verwenden einen O-Ring zur Vorspannung. Die Kategorien sind daher keine vollständig gegensätzlichen Wirkprinzipien.
Druck, Geschwindigkeit und Temperatur
Extrusionsbeständigkeit hängt von Werkstoff, Härte, Spalt, Temperatur, Druck und Abstützung ab. Die U-Form behebt nicht automatisch jeden Montagespalt.
Der Trelleborg-Hydraulikkatalog vom November 2025 nennt bis zu 35 MPa für RU2 und bis zu 25 MPa für RU6 als Einzelelement. Werkstoff- und Medienbedingungen gehören zum jeweiligen Profil; die Geschwindigkeitsbeispiele reichen bis 0,5 m/s.
Der Katalog weist darauf hin, Maximalwerte nicht gleichzeitig auszunutzen. Die Zahlen gelten für die bezeichneten Modelle und belegen weder einen gemeinsamen Druck aller U-Ringe noch eine allgemeine Überlegenheit gegenüber O-Ringen.
Werkstoffe und Reibung
NBR, FKM, EPDM und Polyurethan umfassen verschiedene Mischungen. Viton ist eine Marke bestimmter Fluorelastomere, nicht die allgemeine Bezeichnung jeder chemikalienbeständigen Dichtung.
Prüfen Sie Medium und Schmierstoff. Bei Hubbewegung zählen Film, Oberfläche und Geschwindigkeit. Auch ein U-Ring kann bei niedriger Geschwindigkeit Stick-slip zeigen und hat nicht grundsätzlich die geringste Reibung.
Vergleich für die Auswahl
| Kriterium | O-Ring | U-Ring |
|---|---|---|
| Querschnitt | Rund. | Lippenprofil. |
| Einbau | Definierte axiale oder radiale Verpressung. | Definiertes Übermaß, Richtung und Nut. |
| Anwendung | Statisch und bestimmte dynamische Fälle. | Unter anderem Hydraulikzylinder. |
| Grenzen | Mischung und Betriebsbedingungen. | Profil und Betriebsbedingungen. |
Ersatzteil bestimmen
- Teilenummer, Querschnitt und Einbauraum identifizieren.
- Tatsächliches Medium, Druck und Temperatur erfassen.
- Richtung, Geschwindigkeit und Oberfläche definieren.
- Spalt, Führung und Verschleiß prüfen.
- Dokumentierten Werkstoff und Montageablauf wählen.
In einem Hohlleiterflansch kann eine Dichtung Gas oder Wasser zurückhalten, während eine andere Fläche den RF-Kontakt herstellt. Bessere Dichtheit bedeutet nicht automatisch weniger elektrische Verluste.
Quellen: Trelleborg O-Ringe und Hydraulikkatalog. Die RU2/RU6-Beispiele beziehen sich auf gedruckte Seiten 109 und 115 der Ausgabe November 2025.