Ein Hohlleitersystem wird als vollständiger Weg aus geraden Teilen, Bögen, Übergängen und Verbindungen gewählt. Fünf Kriterien sind Band und Moden, Leistung, Verlustbudget, Mechanik und Abnahme. Ein gerades Einzelteil beschreibt nicht automatisch die ganze Anlage.
1. Band und Moden
Definieren Sie Frequenzgrenzen, gewünschte Mode und zulässige Reflexion. WR-90 wird üblicherweise bei 8,2–12,4 GHz, WR-112 bei 7,05–10 GHz eingesetzt. Alle angeschlossenen Komponenten benötigen passende Spezifikationen.
Für einen luftgefüllten Rechteckquerschnitt ist die TE10-Grenzfrequenz fc = c/(2a), wobei a die breite innere Seite ist. Die Höhe b beeinflusst andere Moden und Eigenschaften, obwohl sie in dieser Formel nicht erscheint.
Grenzfrequenz und Nutzband sind nicht dasselbe. Nahe der Grenze sowie bei möglichen höheren Moden sind Verlust, Dispersion und Anregung zu bewerten.
2. Mittlere und Spitzenleistung
Definieren Sie Dauerstrich oder Impulsparameter, Betriebsdauer, Last und Kühlung. Mittlere Leistung beeinflusst Erwärmung, Spitzenleistung lokale Felder und mögliche Entladung.
„Kupfer bis 1 kW, Aluminium bis 500 W“ ist keine allgemeine Regel. Querschnitt, Übergänge, Fenster, Oberfläche, Druck und Lastreflexion können begrenzen. Prüfen Sie den schwächsten Abschnitt im System.
3. Verlust, Phase und Entkopplung
Listen Sie Längen und Bauteile auf. Bei kleinen Reflexionen können dB-Verluste für ein erstes Budget addiert werden. Ein Beispiel mit 2 m zu 0,1 dB/m und zwei Übergängen zu 0,15 dB ergibt 0,5 dB.
Das entspricht ungefähr 89,1% übertragener Leistung unter den definierten Bedingungen und ist keine Produktgarantie. Bei deutlicher Reflexion benötigen Sie komplexe S-Parameter oder die Messung der ganzen Anordnung.
Für verzweigte Netze kommen Leistungsverteilung, Phase, Entkopplung und Abschlüsse hinzu. Ein VSWR-Wert erfasst nicht alle diese Eigenschaften.
4. Material, Unterstützung und Schnittstellen
Leitfähigkeit, Masse, Herstellung, Verbindung und Umwelt bestimmen die Materialwahl. Elektroformen und Extrusion erzeugen nicht automatisch einen gemeinsamen Toleranzwert für jedes Maß. Vergoldung ist nicht für jede Raumfahrtanwendung zwingend.
Die Wandstärke berücksichtigt Steifigkeit, Druck, Fertigung und Wärme. Sie ist nicht einfach eine einzige Skintiefe. Eine leitfähige Oberfläche allein ist noch kein mechanisch tragfähiges Bauteil.
Zeichnen Sie Auflager, thermische Bewegung und Zugänglichkeit ein. Flexible Teile benötigen definierte Biegeebene, Radius und Verdrehung; Drehübergänge Drehzahl, Lebensdauer und RF-Änderung über den Winkel.
Prüfen Sie Flansche, Stifte, Bohrungen und Dichtungen. Dieselbe WR-Größe garantiert nicht jedes Flanschpaar. Ein leitfähiges Band ersetzt ohne dafür vorgesehenes Design keine Präzisionsverbindung.
5. Systemprüfung und Abnahme
Messen Sie das Band mit konsistenten Kalibrier- und Bezugsebenen. Speichern Sie Reflexion, Übertragung sowie nötigenfalls Phase und Gruppenlaufzeit. Nicht benutzte Ports eines Mehrports werden definiert abgeschlossen.
Eine Kleinsignal-VNA-Prüfung bestätigt weder Gasdichtheit noch Bewegungslebensdauer oder Hochleistungsfestigkeit. Ordnen Sie diese Prüfungen den Anforderungen zu und vereinbaren Sie Grenzwerte.
Unterlagen für eine Anfrage
| Abschnitt | Inhalt |
|---|---|
| RF | Band, Moden, Verlust, Phase und Reflexion. |
| Betrieb | Leistung, Impulse und Last. |
| Aufbau | Streckenzeichnung und Schnittstellen. |
| Umwelt | Temperatur, Druck und Vibration. |
| Abnahme | Methoden, Kriterien und Daten. |
Die Hohlleitergleichungen erläutern Moden und Maße. Wählen Sie Dolph-Microwave-Sektionen zusammen mit den übrigen Komponenten, nicht nur nach Werkstoff.