Eine HF-Dummylast nimmt die Leistung eines Senders statt einer Antenne auf und wandelt die akzeptierte Leistung hauptsächlich in Wärme um. Entscheidend sind Impedanz, Frequenzbereich, mittlere und Spitzenleistung sowie Kühlung. Der Gleichstromwiderstand allein charakterisiert sie nicht.
Künstliche Last und Abschluss
Eine RF-Dummy-Load soll beim Test nicht gezielt zur Kommunikation abstrahlen. 50 Ω sind häufig, aber beispielsweise auch 75-Ω-Systeme existieren.
Eine Last enthält nicht automatisch einen Leistungsmesser. Dafür braucht es einen geeigneten Sensor, Richtkoppler oder eine andere definierte Messkette. Auch hohe Nennleistung beweist keinen integrierten Messkanal.
Anpassung und Reflexion
Bei reeller Referenzimpedanz Z0 gilt Γ = (ZL−Z0)/(ZL+Z0). VSWR = (1+|Γ|)/(1−|Γ|). Ein VSWR von 1,5 bedeutet |Γ| = 0,2 und 4% reflektierte Leistung.
Die Aussage gilt an der betrachteten Frequenz und Ebene. Sie bestätigt keine vollständige thermische Belastbarkeit. Eine gute Kleinsignal-VNA-Messung ersetzt keine Qualifikation für volle Dauerleistung.
Leistung wird zu Wärme
1 W entspricht 1 J/s. Bei kontinuierlich akzeptierten 100 W nimmt die Last in einer Minute 6000 J auf. Bei 1 kW sind es 60 000 J.
Die Temperatur hängt von Wärmekapazität und Wärmeabgabe ab. Kühlrippen, Zwangsluft, Öl oder Wasser sind mögliche Lösungen, aber keine universelle Bauart.
Ein Bauteil mit 100-W-Angabe auf einem bestimmten Kühlkörper behält diesen Grenzwert nicht zwangsläufig frei in Luft. Prüfen Sie Montage, Umgebung und temperaturabhängige Reduzierung.
Dauerbetrieb, Kurzzeit und Impulse
Definieren Sie Zeit, Tastgrad und Spitzenleistung. Für rechteckige Pulse ohne weitere Komponente ist die mittlere Leistung gleich Spitzenleistung mal Impulsdauer mal Wiederholfrequenz.
Die Einhaltung des Mittelwerts bestätigt nicht die zulässigen Spitzenspannungen und Felder. Eine kurzzeitige Überlast muss ausdrücklich zugelassen sein; es gibt keine allgemeine Dauer, in der jede Last doppelte Nennleistung verträgt.
Warum ein gewöhnlicher Widerstand nicht genügt
Parasitäre Induktivität, Kapazität, Anschlusslängen und Geometrie verändern die Impedanz über der Frequenz. Ein 50-Ω-/100-W-Widerstand ist daher nicht automatisch ein 100-W-Mikrowellenabschluss.
Stecker und Adapter besitzen ebenfalls Band- und Leistungsgrenzen. Gesamtaufbau und Referenzebene gehören zur Spezifikation.
Auswahlkriterien
| Größe | Bedingung |
|---|---|
| Impedanz | Wert und VSWR im Band. |
| Leistung | Dauer-, Kurzzeit- und Spitzenbetrieb. |
| Schnittstelle | Stecker oder Hohlleiter und Montage. |
| Kühlung | Kühlkörper, Luft oder Flüssigkeit. |
| Nachweis | Garantierte Werte und Prüfbedingungen. |
Preis und Größe hängen unter anderem von Band, Kühlung und Dokumentation ab. Der größte Abschluss ist nicht automatisch passend zu Senderfrequenz und Schnittstelle.
Betrieb und EMV-Prüfung
- Quelle und Last auf Band, Impedanz und Leistung abstimmen.
- Vor dem Ändern der Anschlüsse die Aussendung beenden.
- Kühlung und Messung vorbereiten.
- Vorgesehene Pegel und Zeiten verwenden und Temperatur sowie Reflexion beobachten.
- Bei ungewöhnlichem Verhalten abbrechen und Bedingungen prüfen.
Eine Dummylast begrenzt die beabsichtigte Antennenabstrahlung, garantiert aber keine völlig leckagefreie Messkette. Kabel und Übergänge können koppeln. Sie ersetzt deshalb nicht automatisch eine EMV-Testkammer oder die erforderliche Messgeometrie.
Die VSWR-Definition erklärt Reflexion und Anpassung. Die thermischen Grenzen und Betriebsbedingungen stammen aus den Unterlagen des konkreten Abschlusses.