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70-cm-Satellitenfrequenzen: Bandplan, Uplink und Doppler

70 cm bezeichnet ein Amateurfunkband nach seiner ungefähren Wellenlänge, keine einzelne Satellitenfrequenz. Der Bandplan der IARU Region 1 nennt für Satellitenanwendungen 435–438 MHz. Frequenz, Richtung und Betriebsart sind für den konkreten Satelliten und die örtlichen Bedingungen zu prüfen.

Warum das Band 70 cm heißt

Im freien Raum gilt λ = c/f. Bei 435 MHz sind es ungefähr 0,689 m, bei 438 MHz ungefähr 0,684 m. Die gerundete Bandbezeichnung legt keine genaue Empfangseinstellung fest.

430–440 MHz ist ein verbreiteter regionaler Amateurfunkbereich. Nationale Grenzen, Nutzungsbedingungen und Zuweisungsstatus sind gesondert zu beachten. Ein internationaler Bandplan ersetzt diese Angaben nicht.

Satellitenbereich und Anruffrequenz

Das IARU Region 1 VHF Handbook 10.03 führt 435–438 MHz als Satellitenbereich. Im terrestrischen Plan steht außerdem 433,500 MHz als FM-Anruffrequenz.

433,500 MHz ist deshalb kein universeller Satellitenkanal. Anruf, Repeater, Telemetrie und Transponder sind unterschiedliche Anwendungen. Auch eine einzelne Zahl innerhalb des Bereichs identifiziert noch keinen aktiven Satelliten.

Uplink und Downlink unterscheiden

Uplink bedeutet Erde–Satellit, Downlink Satellit–Erde. 70 cm kann je nach System für eine der beiden Richtungen verwendet werden, beispielsweise zusammen mit dem 2-m-Band.

Für einen FM-Satelliten werden eine Frequenzpaarung und gegebenenfalls weitere Zugangseinstellungen angegeben. Bei einem linearen Transponder sind ein Bereich, die Zuordnung der Frequenzen und mögliche Invertierung zu beachten.

Prüfen Sie aktuellen Zustand, Modus und Betriebszeiten in den Betreiberangaben oder einer gepflegten Übersicht wie der AMSAT-Tabelle für FM-Satelliten. Ein historischer Eintrag beweist keinen derzeitigen Betrieb.

1260–1270 MHz sind nicht 70 cm

Der IARU-Plan nennt 1260–1270 MHz für Satelliten-Uplinks. Die Wellenlänge liegt ungefähr bei 24 cm; der Bereich wird üblicherweise dem 23-cm-Amateurband zugeordnet.

430–440 MHz und 1260–1270 MHz sind daher keine zwingenden zwei Hälften jeder 70-cm-Satellitenverbindung. Die Frequenzpaarung gehört zum jeweiligen Dienst.

Auch 70 oder 455 kHz eines Datenkopplers sind andere Frequenzen. Die Zahl 70 ohne Einheit erlaubt keine Verbindung zum 70-cm-Band.

Doppler während des Überflugs

Radiale Relativbewegung verursacht eine Frequenzverschiebung. Für Geschwindigkeiten deutlich unter c gilt näherungsweise |Δf| ≈ f|vr|/c.

Bei angenommenen 7 km/s entlang der Sichtlinie und 435 MHz sind es etwa 10,2 kHz. Das ist kein fester Korrekturwert: Vorzeichen und Betrag ändern sich entlang der Bahn. Im einfachen einseitigen Empfangsfall steigt die beobachtete Frequenz bei Annäherung und sinkt bei Entfernung.

Antenne und Sichtbarkeit

Eine Richtantenne kann mehr Reserve in der gewünschten Richtung bieten, benötigt aber passende Nachführung. Orientierung und Polarisation des Satelliten können den Pegel verändern.

Eine breite Antenne erleichtert das Abdecken mehrerer Richtungen, erreicht aber nicht automatisch dieselbe Reserve. Reichweite hängt von Bahn, Sichtbarkeit, Leistung, Verlusten und Empfänger ab.

70 cm durchdringt nicht jedes Hindernis. Das Band ist auch keine andere Bezeichnung für den Ku- oder Ka-Empfang eines Fernseh-LNB.

Vor dem Empfang prüfen

  1. Satellit und aktiven Modus auswählen.
  2. Frequenzen, Richtung, Modulation und Bandbreite abgleichen.
  3. Aktuelle Bahndaten und Sichtzeit bestimmen.
  4. Dopplerkorrektur und Antenne vorbereiten.
  5. Das Signal anhand veröffentlichter Merkmale identifizieren.

Die Bandplanangaben stehen im IARU VHF Handbook 10.03 auf den nummerierten Seiten 42 und 101. Nutzen Sie sie zusammen mit aktuellen Betriebsangaben und nationalen Bedingungen.

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