Eine Vollwellenantenne ist nicht automatisch besser als eine Halbwellenantenne. Verglichen werden müssen Geometrie, Speisung, Diagramm und Verluste. Ein gerader Dipol mit Gesamtlänge λ und eine Schleife mit Umfang λ sind unterschiedliche Strukturen, obwohl beide als Vollwellenantenne bezeichnet werden können.
Wellenlänge als Ausgangspunkt
Im freien Raum gilt λ = c/f. Bei 14,2 MHz sind das etwa 21,1 m. Drahtdurchmesser, Höhe, Umgebung und Speisung verändern die tatsächliche Resonanzlänge.
Beim Dipol bezeichnet die Gesamtlänge beide Arme zusammen, bei der Schleife den Umfang. Eine Seite einer quadratischen Schleife entspricht nicht automatisch der Gesamtlänge eines gleich bezeichneten Dipols.
Warum der Halbwellendipol verbreitet ist
Nahe λ/2 erleichtern Stromverteilung und mittige Eingangsimpedanz viele Ausführungen. Im idealisierten dünnen, verlustlosen Freiraummodell beträgt die maximale Richtwirkung ungefähr 2,15 dBi.
Die Faustformel 468/f mit f in MHz ergibt für manche Draht-Halbwellendipole die Gesamtlänge in Fuß. In Metern entspricht das ungefähr 143/f. Das ist keine allgemeine Vollwellenformel und ersetzt keine Kontrolle der Einheiten oder Feinabstimmung.
dBi bezieht sich auf den isotropen Strahler, dBd auf den Referenzdipol. Die etwa 2,15 dBi eines idealen Halbwellendipols dürfen nicht als Zusatzgewinn einer Vollwelle über diesen Dipol ausgegeben werden.
Gerader Vollwellendipol
Wenn die Gesamtlänge nahe λ liegt, befindet sich die mittige Speisung nahe einem Stromminimum und zeigt eine hohe Impedanz. Das idealisierte Modell kann singulär werden; reale Geometrie und Verluste ergeben einen endlichen Wert.
In bestimmten Richtungen kann die Richtwirkung zunehmen. Ein pauschaler Gewinn von 3 dB gilt aber nicht für jede Montage. Schlechte Anpassung kann einen erwarteten Vorteil im tatsächlich nutzbaren Gewinn aufheben.
Vollwellenschleife ist eine andere Struktur
Eine Schleife mit Umfang ungefähr λ besitzt eine andere Stromverteilung. Form, Speisepunkt, Orientierung und Höhe bestimmen Impedanz, Polarisation und Diagramm.
Quadratische und dreieckige Schleifen vergleicht man nicht allein über ihre Fläche. Entscheidend sind die montierte Konfiguration und das Diagramm in den benötigten Richtungen.
Endgespeiste Antennen
End-fed beschreibt den Speisepunkt, keine eindeutige elektrische Länge. Ein endgespeister Halbwellenstrahler und ein nichtresonanter Draht sind unterschiedlich zu analysieren. Transformator, Gegengewicht und Mantelströme gehören zum System.
Ein Anpassgerät kann die vom Sender gesehene Last verbessern, ohne Leitung und Antenne verlustarm zu machen. Ein kleiner SWR-Wert reicht deshalb nicht zum Leistungsvergleich.
Auswahl für eine Kurzwellenstation
| Kriterium | Frage |
|---|---|
| Platz | Welche Länge, Form und Höhe sind tatsächlich möglich? |
| Speisung | Welche Impedanz und Anpassung ergeben sich über das Band? |
| Diagramm | Wo liegen Maxima und Nullstellen relativ zur Gegenstation? |
| Verluste | Welche Beiträge liefern Draht, Leitung und Transformator? |
| Band | Welche Leistung ist an allen genutzten Frequenzen verfügbar? |
Für eine feste Richtung kann mehr Richtwirkung helfen; für mehrere Richtungen können tiefe Nullstellen nachteilig sein. Doppelte Länge garantiert weder doppelte Reichweite noch eine größere nutzbare Bandbreite.
Die endgültige Installation messen
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Bei Kurzwelle verändern Zeit und Ausbreitung das Ergebnis stark. Unbelegte Aussagen wie 800 statt 600 km bei 50 W sind keine Antennenspezifikation.
Die Dipoltheorie erklärt Änderungen von Strom, Impedanz und Diagramm mit der Länge. Nutzen Sie sie zur Auswahl einer passenden Geometrie und Speisung.