Nahfeld- und Fernfeldmessungen unterscheiden sich in Abstand, erfassten Feldern, Abtastung und Fehlerbehandlung. Nicht jedes Nahfeld ist ein reaktives Feld. Der nötige Fernfeldabstand hängt von Antennengröße, Wellenlänge und Messanforderung ab; eine feste Grenze von zehn Metern gibt es nicht.
Reaktives Nahfeld, strahlendes Nahfeld und Fernfeld
Sehr nah an der Antenne sind Feldanteile mit Bezug zur gespeicherten Energie wichtig. Daran kann sich ein strahlendes Nahfeld anschließen, in dem die Strahlungsanteile überwiegen, das normierte Winkelmuster aber noch vom Abstand abhängen kann.
Im Fernfeld ist das normierte Richtdiagramm näherungsweise abstandsunabhängig. Im freien Raum sinkt die Feldamplitude ungefähr mit 1/R, die Leistungsdichte mit 1/R². Die Grenzen sind Näherungen unter definierten Geometrie- und Fehlerbedingungen.
1. Unterschiedliche Abstandsbedingungen
Für eine elektrisch große Apertur wird häufig R ≥ 2D²/λ als Fernfeldkriterium verwendet. D ist die größte relevante Aperturabmessung. Zusätzlich müssen Abstand relativ zu D und λ sowie Gegenantenne und Messfeldqualität passen.
Bei D = 0,60 m und 12 GHz ergibt sich etwa 28,8 m. Bei D = 0,10 m und 5 GHz liefert die Formel etwa 0,334 m. Der zweite Wert allein beweist nicht, dass jede Anordnung dort schon ein hinreichendes Fernfeld hat.
Auch Nahfeldmessungen finden nicht pauschal bei einer bis zwei Wellenlängen statt. Sondenkopplung, Scanfläche und Geometrie bestimmen die Wahl mit.
2. Welche Daten erfasst werden
Im Nahfeld wird typischerweise die komplexe Amplitude auf einer Messfläche abgetastet. Phase, Position, Sondenantwort und Polarisation sind wesentlich. Eine einzelne lokale Amplitude ist nicht der Fernfeldgewinn.
Im Fernfeld kann die Winkelantwort durch entsprechende Drehung direkt erfasst werden. Für absoluten Gewinn braucht es eine geeignete Referenz oder kalibrierte Methode. Ein Empfangspegel allein bestimmt nicht den Strahlungswirkungsgrad.
3. Scan und Nahfeld-Fernfeld-Transformation
Planare, zylindrische und sphärische Scans haben jeweils passende Transformationen. Die Wahl richtet sich nach Antenne und benötigter Winkelabdeckung. Nicht jede Messfläche wird mit einer einfachen zweidimensionalen Fourier-Transformation vollständig ausgewertet.
Abtastabstand, endliche Scanfläche, Sondenkorrektur und erfasste Feldanteile begrenzen die Rekonstruktion. Dokumentieren Sie den gültigen Winkelbereich und die Unsicherheit, besonders bei schwachen Nebenkeulen.
4. Andere Schwerpunkte bei den Fehlern
| Messung | Wichtige Beiträge |
|---|---|
| Nahfeld | Position, Phase, Sonde, Scan und Transformation. |
| Fernfeld | Wellenfront, Abstand, Reflexion, Winkel und Referenz. |
| Beide | Kabelstabilität, Temperatur, Polarisation und Rauschen. |
±1 mm ist keine allgemeine Positioniertoleranz. Ein zusätzlicher Freiraumpfad von 1 mm entspricht bei 10 GHz etwa 12° Phase, bei 30 GHz etwa 36°. Wie sich ein realer Positionsfehler auswirkt, hängt von Richtung und Geometrie ab.
Welche Methode zum Projekt passt
Große hochdirektive Antennen können in begrenztem Raum für Nahfeldverfahren sprechen. Bei ausreichend gutem Messfeld und Abstand kann eine Fernfeldanlage die Winkelcharakteristik direkt erfassen. Ein Compact Antenna Test Range erzeugt eine geeignete ruhige Zone und benötigt eine eigene Qualitätsbewertung.
Die effektive Empfangsfläche hängt unter passenden Fernfeld-, Anpassungs- und Polarisationsbedingungen über Ae = Gλ²/(4π) mit dem Gewinn zusammen. Sie ist keine Alternative zur Wahl eines gültigen Messverfahrens.
Dokumentation der Ergebnisse
Halten Sie Frequenz, Abmessungen, Koordinaten, Scan, Referenz, Kalibrierung und Unsicherheit fest. Kennzeichnen Sie gemessene, korrigierte und simulierte Werte getrennt. Vergleichen Sie Verfahren am gleichen Eingangsbezug und mechanischen Zustand.
Die Feldregionen bei Antenna-Theory liefern die Grundlage. Eine Nahfeldtransformation allein sagt keine allgemeine Kommunikationsreichweite voraus; dafür fehlen unter anderem Ausbreitung, Leistung und Empfängerrauschen.